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Finsinger Alm mit Sebastian Hoven |
Traditionsbiergarten und Ausflugsgaststätte Im Münchener Nordosten liegt der in den 30er Jahren zur Stromerzeugung und Absicherung gegen Isarhochwässer errichtete Speichersee. Diese Moos- und Sumpflandschaft wurde traditionell von Fuß- und Radwanderern genutzt. Die ursprünglich als Kantine der Bauarbeiter errichtete Gaststätte entwickelte sich in den folgenden Jahren zum beliebten Ausflugsziel und steigerte sich in ihrem Bekanntheitsgrad bis in das umsatzstärkste Jahr 1972. Durch ihre relative Nähe (auf der "Rückseite" - für nach München Orientierte) zu den Funkhäusern in Unterföhring fand auch manch prominenter Gast den Weg ins Moos. An diese Traditionen galt es im Jahre 2001 wieder anzuknüpfen. Seit ca. 1990 stand das Anwesen so gut wie leer und wurde nicht mehr gastronomisch genutzt. Aktuelle Auflagen waren ebenso zu erfüllen wie die Erwartungen der vielen "Ehemaligen", die sich unter den neuen Gästen manchmal schmunzelnd zu erkennen gaben. Im nächsten Bauabschnitt ist sicherlich die legendäre, mittlerweile aber nicht mehr bespielbare Veranstaltungshalle wieder zu beleben. Zur Zeit wird das Haus von Veronika Simonis als Pächterin sehr erfolgreich geführt. ![]() Auszug aus dem Buch "Chronik der Gemeinde Finsing" Kapitel: Gastwirtschaften in Eicherloh - Finsinger Alm Verfasser: Hans Janz Das Gasthaus "Finsinger Alm" Hs.Nr .183, heute Almweg 38 1932 eröffneten Karoline und Johann Erlacher, Gastwirt aus Eichenried, die von ihnen erbaute Ausflugsgaststätte "Finsinger Alm". Diese Gaststätte, in unmittelbarer Nähe des Stausee-Mitteldammes gelegen, erreichte in kurzer Zeit einen erstaunlichen Bekanntheitsgrad. Zahlreiche Gäste aus München und aus der näheren und weiteren Umgebung besuchten die vielen Tanzveranstaltungen an den Wochenenden. Aus dem Gemeinderatsprotokoll: 7.Dezember 1930: Konzessionserteilung für Gastwirt Erlacher "Der Gemeinderat hat gegen die Konzessionserteilung des Gastwirts Johann Erlacher in Eichenried für eine auf PI.No.2931 der Steuergemeinde Finsing zu errichtende Gastwirtschaft keine Bedenken. Ein Bedürfnis für die Errichtung einer Gastwirtschaft auf vorgenanntem Grundstück ist dadurch gegeben, daß sich in einem Umkreise von 3-4 km keine Gastwirtschaft befindet, die Gegend, in die die Wirtschaft zu stehen kommt, gutes Siedlungsland mit vielen Neuansiedlungen ist und auch künftig diese Gegend immer mehr besiedelt wird. Ferner ist durch den Bau des Stausees der Mittleren Isar ein reger Ausflugsverkehr aus München vorhanden, der seinen Weg über die den Stausee durchschneidende Straße nimmt, an deren Ende unmittelbar das Wirtschaftsanwesen zu liegen kommt. Auch ist in den Sommermonaten zur Zeit der verschiedenen Ernten das Vorhandensein einer Gastwirtschaft für die Besitzer der in dieser Gegend befindlichen Grundstücke von großer Bedeutung, nachdem diese Landwirte oft 6-7 km von ihren Grundstücken entfernt sind. Der Gesuchsteller Erlacher ist eine als Gastwirt in jeder Beziehung einwandfreie Persönlichkeit. 28.Juni 1931: Der Gemeinderat erteilte die Konzession zur Errichtung einer Sommerschenke, da wegen des Stauweihers und dem damit verbundenen Ausflugsverkehr ein Bedürfnis vorhanden war. 5.Juli 1932: Der Gemeinderat setzte die Tanzperiode für das Gasthaus Erlacher vom 1 .Mai bis 1 .November fest. Der Pauschalgebührensatz für die Tanzerlaubnis wurde auf 40 RM, für die Vergnügungssteuer ebenfalls auf 40 RM festgesetzt. 2.0ktober 1932: Gegen den Betrieb einer Gastwirtschaft durch Johann Erlacher bestand keine Erinnerung, da durch den hohen Bierverbrauch des Erlachers (293 hl in 6 Monaten) ein Bedürfnis vorhanden war. 2.0ktober 1932: Wegen des starken Rückganges der Tanzveranstaltungen hob der Gemeinderat die hohe Vergnügungssteuer auf. 10 RM für die Armenkasse waren noch zu entrichten. 27.Mai 1933: Erlacher zahlte für die Tanzperiode vom 1.April bis 1.November 1933 pauschal 80 RM in fünf Raten a 16 RM. Nach dem Ableben von Johann Erlacher übernahm die Wirtschaft Elisabeth Grüninger, die die Finsinger Alm 1941 an den Münchner Gastwirt Zankl verkaufte. Am 1.Juli 1951 kauften zu gleichen Teilen Georg und Appollonia Neumaier und Anna Bernauer die Gastwirtschaft. 1954 ersteigerte Anna Bernauer die Neumaiersche Hälfte der Finsinger Alm, die sie mit ihrer Familie bis zu ihrem Ableben am 27.Juli 1990 führte. Seit 1990 ist das Anwesen im Besitz von Wilhelm Bernauer. Über viele Jahre war die Wirtschaft das Ziel zahlreicher Fuß- und Radwanderer. Sie war aber weit mehr als nur eine Ausflugsgaststätte. Zu ihren Stammgästen zählten neben den Einheimischen auch zahlreiche prominente Münchner und Gäste aus den Nachbarorten. Die Finsinger Alm war auch die Vereinsheimat des 1951 gegründeten und 1992 abgemeldeten Schützenvereins Almenrausch (Siehe Vereine!). |
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Artikel im Erdinger Anzeiger vom 25. Januar 2002 | ||
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