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Rathaus Markkleeberg Das Rathaus Markkleeberg liegt am Rande eines in der Gründerzeit erbauten Stadtquartiers mit seinem typischen Erscheinungsbild. Plaziert am südlichen Ende der Siedlungsform eines jahrhundertealten denkmalgeschützten Rundlings aus der sorbischen Zeit. Es ist als Umnutzung aus dem ehemaligen Hotel zur Linde hervorgegangen, und liegt nicht im aus Eingemeindungen entstandenen geografischen Zentrum der Gemeinde, d.h. auch nicht im traditionellen Schnittpunkt des öffentlichen Lebens der Gemeinde Markkleeberg. Das zu bebauende Areal befindet sich südlich des Rathauses und östlich der gründerzeitlichen Quartiere. Im Süden schließt sich eine Kleingartenanlage an, im Osten die ehemalige Festwiese. Auf dem Gelände existiert seit den 30er Jahren die heute denkmalgeschützte Berufsschule, die in die Neuplanung zu integrieren ist. In dem Gebäude an der Ecke Raschwitzer Straße und dem etw. unglücklich neu angelegten Lindenplatz ist im Moment eine weitere Schule untergebracht. Um die vielfältigen Verwaltungsaufgaben der wachsenden Gemeinde Markkleeberg bürgerfreundlich anbieten zu können ist ein Zusammenlegen der städtischen Funktionen in ein neu zu errichtendes technisches Rathaus ("Stadthaus") geplant. Folgende Parameter waren bei der Neuplanung zu Berücksichtigen: - Anbindung der Gewerbezone Rathausstraße - Integration öffentlicher Funktionen - Wohnbebauung - Den Übergang der Stadt in den Naherholungsbereich der Plei-ßeaue zu definieren. Vorgefundene Strukturen führten daher zu folgenden Entscheidun-gen: - Die von Süden kommende Raschwitzer Straße leistet einen Achsenbezug zum Rathaus. Linden vom überhastet, ohne städtebaulichen Bezug, angelegten "Lindenplatz" können kostengünstig für eine Reihung entlang der Sichtachse umgesetzt werden. Es entsteht eine adäquate Aufweitung zum "Rathausplatz". - Die zu erweiternde Gewerbezone im unteren Drittel der Rathausstraße erhält als Abschluß den "Mittwochsmarkt" (auch Samstag) auf dem Rathausplatz für fliegende Händler und jahreszeitliche Aktionen z.B. Ostern, Weihnachten, etc. - Um diese Funktionen dauerhaft zu etablieren entstehen die festen Marktpavillons mit ständigem Dienstleistungs- Infrastruktur- und Nahversorgungsangebot. (z.B. öffentliche Toiletten, Stadtinformation, Fahrradverleih etc.). Als Grundversorgung für den gewerblichen Brückenkopf im neuen Quartier, die den ersten Pächtern eine Hilfe sein, und die Ausdehnung auf die Promenade vorbereiten helfen sollen - Der Lindenplatz wird aufgelöst, die Schulstraße wieder geöffnet, traditionell die Blockrandbebauung geschlossen. - Zwischen Rathausstr. und Schulstr. wird eine Passage als Durchgang geschaffen. Der dadurch zu erwartende Publikumsverkehr trägt zur Belebung des Endpunktes der gewerblichen Achse bei. - Der seltene Glücksfall, die aktive Blues-Szene aus dem Großraum Leipzig "im Hause" zu haben (Gaststätte Zur Linde) legte die Entscheidung nahe ein Kulturforum zu etablieren, das auch überregionalen Einfluß erlangen kann, und so richtungsweisend selbstbewußt die kleine Gemeinde vor Leipzig zu repräsentieren in der Lage ist. - Die Historische Lage der Festwiese wird wiederbelebt (Straße "Am Festanger") um temporär einen Publikumsmagneten in die Randlage zu ziehen: Kirmes, Zirkus, Bürgerfeste etc., um so das neue Quartier vorzustellen und zu integrieren. Denn die Schnellstraße und die Pleiße sind unüberbrückbare Hindernisse für ein Stadtwachstum in Richtung Markkleeberg Ost. Deshalb benötigt diese Lage quasi "am Ende der Stadt" zusätzliche Attraktivität. - Das Kulturforum ist "zuschaltbar" angeordnet: z.B. als Bühnenraum für Open Air Festivals, oder umgekehrt die Festwiese als Kulisse für eine Veranstaltung im Forum. Beide Elemente dieses vitalen Stadtraumes sind vom Rathausvorplatz einsehbar. - Das Dienstleistungsgebäude der Stadt Markkleeberg (Stadthaus), in dem auch die verlegte Stadtsparkasse Platz findet kann bei Veranstaltungen partizipieren (Volkshochschule etc.). Ein gemischtes Finanzierungsmodell mit der Sparkasse wäre wünschenswert um die Belastung der Gemeinde niedrig zu halten. - Der Geschoßwohnungsbau gruppiert sich um geöffnete Höfe. Die Punkthäuser bieten mit dem separat erschlossenem, wahlweise einer Wohnung zuschlagbarem "Ping-Pong-Raum" eine Grundrißvariante mit neuer Wohnqualität ("Familieneinlieger"). - Den Häusern mit den begrünten Laubengängen liegt ein modulares Konzept zugrunde. Sie können in Bauabschnitten errichtet werden und bieten ein Raumangebot für sämtliche Zielgruppen. - Ist der wirtschaftliche Brückenkopf Marktpavillions erfolgreich, und findet eine Stadterweiterung nach Süden statt, sind im Erdgeschoßbereich der Promenade problemlos Ladengeschäfte zu realisieren. - Die Promenade findet ihren oberen Abschluß am Kreisel der das historische Alt Oetsch an das neue Quartier anbindet und zugleich verkehrsberuhigende Maßnahme ist. Mit der Eiche soll an die hier früher seßhaften Ureinwohner erinnert werden. - Der Verkehr der neuen Ansiedlung wird von der Hauptstraße über Garten- und Mönchereistr. organisiert und endet im Garagenbauwerk vor dem historischen Baumbestand am südlichen Ende des Bearbeitungsgebietes. Das von allen Seiten einsehbare Parkrondell wird zusätzlich durch die Entsorgungsfunktion stark frequentiert. - Das ökologische Konzept sieht Passivhausstandard (keine Gebäudeheizung mehr notwendig) für alle Häuser vor. Der Solar-Warmwasser-Langzeitspeicher unter dem Parkdeck sorgt für 80% des Brauchwasser-Jahresbedarfes. Spitzen werden mit dem Gas-Blockheizkraftwerk abgesichert. Die anaerobe Druckkompostierung der organischen Abfälle erzeugt Methangas (CH 4) und reduziert das Abfallvolumen um 60%. Das beim Pflanzenwachstum gebundene CO² wird beim Kompostieren wieder freigesetzt. Unter Sauerstoffabschluß, kommt es zum nutzbaren Zwischenprodukt bevor sich der Kreislauf beim Verbrennen wieder schließt. Diese Anlage, zusammen mit dem Wegfall der Heizenergie aus fossilen Brennstoffen wegen der guten Dämmung der neuen Häuser ist ein entscheidender Beitrag Markkleebergs zur Reduzierung des CO² Aufkommens (Agenda 2000), dessen überregionale Beachtung auch zur weiteren Unabhängigkeit Markkleebergs beitragen kann. |
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