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Weimar, Zukunft Wohnen: barrierefrei anpassbar betreuungsgerecht lebensbegleitend |
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Landschaftsbezogen planen Integriert leben Flexibel bauen Individuell gestalten |
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![]() Umgebung ![]() Bezugsachsen ![]() topographische Lage ![]() Siedlungsform |
Zukunft Wohnen barrierefrei - anpassbar - betreuungsgerecht - lebensbegleitend Ort: Am Ortsausgang von Weimar, an der Humboldtstraße, liegt das zu bebauende Gebiet: ca. 2,4 ha landwirtschaftliche Fläche sollen zum Siedlungsgebiet umgenutzt werden. Die Bebauung sollte lt. Ausschreibung die Höhenlinie 275 nicht wesentlich überschreiten. Problematisch erscheint grundsätzlich, dieses Gebiet für eine Ortserweiterung vorzusehen, da momentan der Übergang Weimars an dieser Stelle in den Landschaftsraum historisch gewachsen und als durchaus vertretbar angesehen werden kann. Eine lockere Bebauung mit Einfamilienhäusern wechselt in eine Schrebergartenkolonie, durchmischt mit Selbsthilfeobjekten der Nachkriegszeit, die am Beginn der Senke von landwirtschaftlicher Nutzung abgelöst wird. Durch die Ausweisung des neuen Baufeldes erhält Weimar an dieser Stelle eine neue Stadtkante. Die Situation der Humboldtstraße als Ausfallstraße erfordert es anschließend, eine neue Stadteingangssituation zu schaffen, da der städtebauliche Schwerpunkt nach außen verlagert wird. Die am neuen Rand zu realisierende Infrastruktur wertet das gesamte Areal erheblich auf, und es ist fraglich, ob die Kleingartenanlage dann im Rücken der neuen Siedlung gehalten werden kann! Angesichts der zu beobachtenden rückläufigen Entwicklung der Städte in Ostdeutschland und des in Weimar vorhandenen erheblichen innerstädtischen Nachverdichtungspotentials ist das Projekt an dieser Stelle unter dem Aspekt der allgemein fortschreitenden außerordentlichen Zersiedlung der Landschaft als fraglich einzustufen! ![]() Ansicht Begründung: Die singuläre Betrachtung des eingangs beleuchteten Baufeldes negiert sich aus den o.g. Systembezügen. Die beschriebene Aufwertung optiert mittelfristig die Laubenkolonie nördlich der Baugrenze, zwischen dem Friedhof und dessen Sukzessionsfläche im Osten und der Humboldtstr. im Westen, zum Bauland. Eine, des gesamten - durch den Eingriff am vorderen Rand, de facto zur Disposition stehenden Geländes, Fraktionierung in drei Bauabschnitte ordnet die aufgrund der wirtschaftlichen Prognosen sicherlich zyklisch zu erwartenden Entwicklungsimpulse in autonome, sich zum Zeitpunkt ihrer Notwendigkeit dann zu gestaltende, aber vernetzte Stadtbausteine. Die auf dem Gebiet der stadtauswärts gegenüberliegenden Hügelkuppe in Richtung Gelmeroda noch vorhandenen Liegenschaften einer ehemaligen LPG werden bereits rückgebaut, der dort nach der Wende etablierte Einkaufsmarkt aufgegeben. Somit entfällt die rhythmisch auf die Stadt zulaufende urbane Verdichtung und die neue Siedlung wird zur dominanten Stadtkante, da Bauen im Außenraum planrechtlich keine Entsprechung mehr finden wird. Die Humboldtstraße, ab dem LPG - Gelände als Streuobstallee und über ihre gesamte Länge gepflastert ausgeführt, erscheint als untergeordnete Straße. Sie ist nicht als Zubringer bzw. Entlastung der Berkaer Straße, die - umfassend ausgebaut - die Versorgung Weimars von der Autobahn her übernimmt, vorgesehen. Da der Anrainerverkehr nach Schließen des Verbrauchermarktes eher rückläufig eingestuft werden kann, ist auch die in der Auslobung erwähnte Lärmschutzproblematik neu abzuwägen. ![]() Lage Gelände: Die Siedlung soll den Übergang in den Landschaftsraum herstellen. Es wurde eine offene Zeilenstruktur gewählt, die eine Verzahnung von Streuobstwiesen und Gartenparzellen ermöglicht. Weite Ausblicke in die Landschaft wechseln sich ab mit Hofsituationen, die Geborgenheit und Zusammenhang vermitteln. Die stark parzellierte Struktur der Kleingartenanlage im Norden findet sich zuerst wieder auf den orthogonalen Flächen der extensiv begrünten Dächer, sodann in den intensiv genutzten Gartenparzellen, die in Teilbereichen bereits formverändert erscheinen. Die eingezogenen Teile der Streuobstwiesen zwischen den Häuserreihen gehen hangabwärts über in den landwirtschaftlich, aber in diesem Zusammenhang wieder intensiv genutzten Bereich von Feldern und Äckern bis Gelmeroda. Von der gegenüberliegenden Anhöhe aus wird für den auf Weimar Zukommenden die fünfte Fassade durch die topographische Lage in diesem Fall tatsächlich zu erleben sein. Ein Flächenmuster je nach Jahreszeit unterschiedlicher Färbung streckt sich wie Finger einer Hand der Landschaft entgegen und korrespondiert mit den Oberflächen der Agrarstruktur. Der Auenwaldbestand am "Wilden Graben" schließt dieses Bild nach Osten ab. Im Nordosten findet die Parzellenstruktur im Friedhofsgelände seine Entsprechung. Im Westen der Humboldtstraße beginnt der Auftakt des Ortes jetzt mit einer eingewachsenen Einfamilienhausbebauung der 50er Jahre, ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite entlang der Kleingartenanlage. Dieser Rhythmus wird erweitert und fortgeführt durch die Grundstücksaufteilung der ersten Neubauzeile längs der Humboldtstraße. ![]() Modell Grundstück: Das Verhältnis der versiegelten Fläche bezogen auf das Baufeld, ohne Fahrstraßen und Wendeanlagen beträgt 0,4. In dem Beispiel-Lageplan sind 66 Hausparzellen und 9 Schaltraumparzellen angedacht. Es wurde wegen der Teilungsoption von 10m² Kellerersatzraum ausgegangen sowie 2% Reservefläche für evtl. voll zu versiegelnde Terrassen und Zuwegung bei Spezialrollstühlen. Mehrere gemeinschaftliche Nutzungen sind in den neuen Ortsteil eingearbeitet. Vier gesellschaftliche Einrichtungen werden angeboten und lassen sich vom Ausstattungsgrad unterschiedlich auslegen. Vom gedeckten Platz bis zum kompletten Gebäude sind je nach Interesse der Bauherren jeweils auch Einzellösungen möglich: · Die Selbsthilfewerkstatt auf der größten zusammenhängenden Parkfläche: nur als Regendach, oder befestigt und ausgebaut bis zur evtl. ehrenamtlich betreuten Werkstatt. · Das Gemeinschaftshaus: nur ein wetterfester Raum ohne Heizung, oder vollwertiges Haus für alle mit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bis zur Pension für Besucher nach skandinavischem Vorbild. · Der Spiele Pavillon: nur eine überdachte Sitzgruppe mit einem Teil des Sandplatzes, oder eine komplette Kindertagesstätte. · Das Teehaus - ein Rastplatz: Tisch und Bank, oder Meditationsraum am Rand der Stadt, geöffnet in die Landschaft. Alle Wege auf dem Gelände haben maximal sechs Prozent Gefälle um die barrierefreie Erschließung aller Bereiche im Wohngebiet zu gewährleisten. Der ruhende Verkehr ist in die Randbereiche gelegt. Das flexible Konzept läßt aber auch Parken auf dem Grundstück bzw. im Haus zu, wenn die Behinderung der Nutzer dies erforderlich macht. ![]() Module Gebäude: Die Bauten basieren auf einem modularen System, das größtmögliche Flexibilität gewährleistet. Das Standard Achsmaß der Kommunwände beträgt sieben Meter. Ergänzt wird dieses Hauptraster durch eine Sekundärstruktur mit drei Metern. Die Wahl der Abfolge richtet sich nach der Topographie des Geländes (Rampengefälle), den Notwendigkeiten der Durchwegung bzw. dem Nutzungsprofil der Bauherren. In Holztafelbauweise werden die "Rohlinge" erstellt. Die hinterlüfteten Fassadenelemente sind in ihrer Anwendung frei wählbar. In einem geführten Prozeß (Gestaltungssatzung) legt die Bauherrenversammlung mit den Planern das Erscheinungsbild bzw. die Abfolge der einzelnen Fassaden, abhängig von den ebenfalls zu bestimmenden Gebäudeformen fest. So erreicht die Siedlung vom Tag des Erstbezugs an eine für die Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohngebiet essentielle Stufe. Dem bei Siedlungen "aus einem Guß" nur allzu gefürchtete, durch mitunter für das Erscheinungsbild "schmerzhafte" Eigendynamik und für die Nutzer kostspielige "Baumarktorgien" - ob des Bedürfnisses der persönlichen Abgrenzung bei Stereotypen - ist die Grundlage genommen. Die Kreativität und Phantasie wären frei zur Ausgestaltung des Gemeinschaftsangebotes. Betreutes Wohnen wird möglich durch die vielfältigen Einrichtungen der Gemeinschaftsangebote. Ein Träger kann Betreuungs-Dienstleistung mit Nutzung/Pacht der Gemeinschaftseinrichtungen verbinden. Kurze Wege und die vorab "eingebauten" Merkmale der DIN 18024, 18025 usw. als Maximalauslegung (Bewegungsflächen, Durchgangsbreiten etc., jedoch zunächst o. individuelle Ausstattung) vermeiden kostspielige Anpassungsarbeiten an der Bausubstanz bei Nutzerwechsel. ![]() Module Nutzung: Mehrgenerationenwohnen wird möglich durch die Bandbreite der Varianten. Horizontale und vertikale Additions-Möglichkeiten bieten Platz für verschiedenste Wohnformen. Single Grundrisse sind ebenso einfach zu verwirklichen wie ein Haus für die Großfamilie. Die Typologie ist so ausgelegt, daß eine Anpassung an verändertes Nutzerverhalten zügig und ohne Aufwand zu bewerkstelligen ist. Die Schalträume können wahlweise einer Partei zugeschlagen bzw. gewechselt werden. Die Geschosse sind durch die eingehängte einläufige Erschließungstreppe schnell in Eigenleistung zu trennen, da die Haustechnik von vornherein für jedes Geschoß separat ausgelegt ist. Die gleiche Treppe übernimmt dann, wetterfest ausgelegt, die Erschließung vom Außenbereich her. Auch der umgekehrte Weg der Montage ist möglich. Alle Bauteile sind in jeder Nutzungsphase stets mit Funktion eingebaut, so daß auch nach Jahrzehnten ein Umsetzen "ambulant" erfolgen kann. (es müssen nicht aufwändig Zusatzteile nachbestellt/gefertigt werden, die der Handel dann eventuell nicht mehr vorhält). Die Holztafelbauweise ist in Passiv-hausstandard ausgebildet. Eine kleine Lüftungswärmerückgewinnungsanlage ist ausreichend für jede Wohneinheit. Die Hemmschwelle, ein Haus "umzubauen", soll möglichst niedrig sein um bei Nutzungsänderungen sofort reagieren zu können. Einschränkungen in der Lebensqualität wegen unpassender Raumverhältnisse müssen nicht entstehen. Die Siedlung kann so in jedem Zyklus ihrer Standzeit eine Vielfalt von Bewohnern beherbergen, und sich auf immer wieder neue Situationen und Wohnformen schnell und kostengünstig einstellen. ![]() Module Konstruktion: Holztafelbauweise, ohne Keller. Fundamente aus Fertigteilelementen als verlorene Schalung, mit Dämmung vorgefertigt. Zum Erdreich gedämmte Bodenplatte. Ein zentraler Medienstrang im gesamten Siedlungsbereich: Übergang mit Kopplungsmodul zum zentralen Medienschacht im Gebäude. In Kombination ist dieser ausgelegt als Hausanschluß- und Technikraum. Der Erdreich-Wärmetauscher für die kontrollierte Be- und Entlüftung wird im Boden als Zuluftführung auf ca. 35 m verlegt. Die Außenwände sind aus Holzstegträgern mit aussteifender Scheibe gefertigt. Dämmung: Eingeblasene Schüttdämmung aus Hanfschäben 60kg/m³ (0,045 W/m²K) Außenbekleidung: Hinterlüftete Fassadenelemente Varianten in Abstimmung mit dem Bauherren: z.B. Stülpschalung, Boden- Deckel- Schalung; Paneele etc. Innenwände: Ständerwände entsprechend den Schallschutzanforderungen nach DIN 4109. Verglasung: Warmglas, 0,4W/(m²K) Decken: Holzstegträger, Ausgeblasen mit Isohanf, Tritschalldämmung Fertigparkett. Untersicht: GK Akustikplatte. Treppe: Eingestellte Metalltreppe, wetterfest, erste Stufe ist Wendestufe, so daß die Treppe ohne weiteren Materialeinsatz um einen Auftritt verlängert werden kann. Gründach: Wartungsfreier Gründachaufbau, Abflußbeiwert 20%, extensiv bepflanzt. Dach: Wie Decke, jedoch zusätzlich Aufdachdämmung. Außenanlagen: Rasengitterwaben aus Wertstoffkreislauf, rollstuhlgeeignet, auf frostsicherem Untergrund. |
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